Seelentattoo – wie du deine seelischen Narben heilst

Jetzt gerade ist Halbzeit. Sommersonnenwende. Ab jetzt werden die Tage wieder kürzer und das Jahr 2018 ist bereits zur Hälfte rum. Ein guter Zeitpunkt, um eine kleine Zwischeninventur zu machen und sich ggf. neu zu orientieren. Kurz innehalten und durchatmen. Dabei kannst du überlegen:

Lebe ich eigentlich so, wie ich gerne leben möchte oder fühle ich mich vom Leben rumgeschubst?

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Und jetzt verrate ich dir ein kleines Geheimnis: Du lebst im Moment noch nicht das Leben deiner Träume, weil du noch damit beschäftigt bist, deine seelischen Narben zu lecken und dein negatives Selbstbild vor der Welt zu verstecken.

Wie ich diese unerhörte Behauptung aufstellen kann?

Weil ich diese Dynamik vor einiger Zeit bei mir selbst entdeckt habe. Weil es nämlich manchmal einfach bequem ist. Aber irgendwann hat es mich echt genervt, mich immer mit den ollen Kamellen rumzuschlagen.

Und seither arbeite ich daran, mein authentisches Selbst zu leben. Also die zu sein, die ich wirklich bin. Mit allen Stärken und Schwächen, die ich eben habe.

Und soll ich dir was verraten? Das ist manchmal gar nicht so einfach. Das macht manchmal eine scheiß Angst. Das muss einfach mal so gesagt sein. Aber: es lohnt sich auch. Denn es ist wie eine tiefe, tiefe Erleichterung, die durch mich strömt. Alles entspannt sich. Friede und Ruhe kehren ein.

Es ist wie eine Reise (eher eine Fernreise als ein Kurz-Trip 😉). Aber eine Reise zu mir selbst. Und wenn ich mein authentisches Ich lebe, dann ist das wie Heimkommen. Durchatmen.

Warum ist es eigentlich oft so, dass wir uns nicht trauen, uns wirklich zu zeigen wie wir sind?

Weil wir irgendeiner (meist fiktiven) Angst aufsitzen. Hier liste ich mal die 7 wichtigsten Ängste auf, die mir auch im Coaching immer wieder begegnen:

  1. Angst vor dem Ungewissen
  2. Angst, Erwartungen nicht zu erfüllen und damit nicht zu genügen
  3. Angst, nicht akzeptiert zu werden
  4. Angst vor Krankheit und Schmerz
  5. Angst vor dem Tod
  6. Angst, jemanden zu verlieren
  7. Angst, zurückgewiesen zu werden

Welche Angst hat dich im Moment im Würgegriff?

Weißt du, warum wir oft so in diesen Ängsten gefangen sind? Weil etwas in uns glaubt, dass unsere Existenz (also unser Leben) bedroht ist. Und um uns Sicherheit zu bieten, setzt dann das Urmuster Fight or Flight ein.

Wir Frauen haben übrigens oft eine Abwandlung dieses Musters. Viele von uns haben weniger Kampf- oder Fluchttendenzen, sondern verfallen entweder in das Gefühl, festzustecken (Schockstarre, sich im Hamsterrad fühlen, vor Erschöpfung nichts mehr tun können, etc.) oder in das Everybody´s Darling-Syndrom (anderen Menschen gefallen wollen, sich selbst aufgeben, immer nett und gutgelaunt sein, immer zu allem Lächeln, auch wenn einem gar nicht danach ist). Diese beiden Mechanismen sichern das Überleben.

Die Überzeugung dahinter ist übrigens: Wir glauben, erst noch etwas TUN zu müssen, was uns besser (oder schöner, schlanker, besser ausgebildet etc.) werden lässt, damit wir gut genug sind.

Bullshit!

Wir müssen gar nichts tun, wir müssen nur wir selbst sein. Und überhaupt: Gut genug wofür eigentlich?

Höre auf zu warten. Das Warten auf die Lohnerhöhung, auf die Anerkennung, auf den schlanken Körper, auf den Seelenpartner, auf das große Geld, auf das Wunschkind etc. ist oft der Grund, warum wir unglücklich sind. Lebe. Mach Dinge, die dir Spass machen. Umgib dich mit Menschen, die dir gut tun.

Erlaube dir, einfach du selbst zu sein. Wie das geht? Mach mal Pause. Atme durch. Leg die Beine hoch und genieße. Dann entscheide dich für dich selbst. Klingt einfach, gell? Braucht manchmal aber ein bisschen Zeit. Und Mut. Ganz schön viel Mut, manchmal.

Sei gut zu dir selbst.

Starte damit, gut mit dir selbst umzugehen, denn indem andere Menschen sehen, wie du mit dir selbst umgehst, teilst du ihnen indirekt ständig mit, wie sie dich behandeln sollen.

Lerne dich selbst kennen.

Unser Selbstbild hat drei Komponenten, die du kennen solltest, um dich selbst zu entdecken:

  1. Dein vorgetäuschtes Selbstbild - Wer du vorgibst zu sein.
    Manchmal fürchten wir uns, etwas oder jemand zu sein, das wir gar nicht sein wollen. Und natürlich wollen wir nicht, dass das jemand anderer weiß oder erkennt. Wir täuschen also unbewusst anderen manchmal etwas vor.
  2. Dein negatives Selbstbild - Wer du Angst hast zu sein.
    Äußerungen von anderen treffen uns nur dann in Mark und Bein, wenn wir glauben, dass sie irgendwie wahr sein könnten. Diese Angst kannst du überwinden, indem du dir klar machst, dass all deine „negativen“ Eigenschaften nicht das sind, was deinen Kern ausmacht. Sie sind lediglich ein Sammelsurium der Prägungen aus deinem bisherigen Leben. Mach dir deine Eigenschaften einfach bewusst, das ist schon die halbe Miete.
    Übrigens: Wahrnehmung ist meistens Projektion. Wir mögen normalerweise das an anderen Menschen nicht, was wir fürchten in uns selbst zu finden…
  3. Dein authentisches Selbst - Wer du wirklich bist.
    Sobald du dir über die beiden ersten Punkte immer bewusst bist versetzt du dich automatisch in die Lage, immer mehr aus deinem wahren Selbst heraus zu leben.
    Hier ein paar Leitlinien dazu:
    • Wirklich du selbst zu sein fühlt sich an wie nach Hause kommen. Ruhe und Frieden erfüllt dich innerlich.
    • Wer bist du, wenn dich niemand beobachtet?
    • Was würdest du anders machen, wenn dich niemand beobachtet?
    • Wer würdest du sein, wenn du über deine Angst hinaus gehen könntest?

 

So programmierst du dein wahres (neues) Selbstbild

Du wirst dein Leben dann als erfüllt und glücklich erleben, sobald du mehr und mehr dein wahres Selbst (aus-)leben kannst.

Unser Leben und unser menschliches Verhalten wird von Vorstellungen und Gewohnheiten geprägt. Sie besitzen weit mehr Macht, als Logik und Wille jemals haben werden.

Daher besteht jede Neuprogrammierung unseres Selbst aus inneren Bildern und Vorstellungen, die unsere gesamten Sinne mit einbeziehen. Nur so wird eine Programmierung überhaupt erst wirksam. Brauchst du noch einen kleinen Beweis für diese Tatsache?

Halte kurz inne und befehle gedanklich deinem Speichelfluss stärker zu fließen. Na, hat das geklappt? Ich behaupte mal, dass da grad gar nichts passiert ist. Stimmt´s?

Jetzt stell dir aber mal vor, du hälst einen Schnitz Zitrone in der Hand. Du spürst die dicke, gelbe Schale, du siehst das pralle Fruchtfleisch und spürst den Saft, der dir über die Finger läuft, du riechst diesen säuerlichen fruchtigen frischen Duft des Saftes.  Na, läuft dir schon das Wasser im Mund zusammen? Schon, oder?

Diese Geist-Körper-Verbindung zeigt, dass jeder Gedanke ein inneres Bild hervorruft und eine körperliche Reaktion auslöst. Mit dieser Mind-Body-Connection kannst du jetzt schön spielen und zu sie für deine Zwecke einsetzen.

Du kannst damit jede seelische Narbe heilen lassen.

Es geht dabei weniger darum, ein bestimmtes positives Ziel anzustreben, sondern vielmehr zu erkennen, wie großartig du bereits bist.

Unsere Möglichkeiten im Leben werden nicht davon bestimmt, was wir gerne über uns denken möchten, sondern wovon wir in Bezug auf uns selbst wirklich überzeugt sind. Das ist dir Krux. Und negative Überzeugungen formen unsere seelischen Narben. Deine Vergangenheit ist in deinem Nervensystem gespeichert und ist in der Lage, jederzeit körperliche Symptome zu produzieren. Das sind deine seelischen Narben.

Wenn du dein neues Selbstbild mit deinem authentischen Selbst verbindest, lösen sich zwar nicht automatisch alle deine Themen in Luft auf, aber die wirst in der Lage sein, den Dingen ganz anders gegenüber zu treten. Und je besser du dich im Innern fühlst, desto besser wird dein Leben!

Übung: Verbindung mit deinem wahren Selbst

Wenn du die folgende Übung eine Woche lang jeden Tag praktizierst erlaubst du deinem Selbstbild sich immer mehr an dein wahres Sein anzugleichen:

  1. Nimm dir einen Moment, um dich zu entspannen und tief ein- und auszuatmen
  2. Stell dir vor, du stehst dir selbst gegenüber. Es ist deine großartigste Version von dir, die bereits all das erreicht hat, was du dir selbst (noch) sehnlichst wünschst. Es ist dein wahres Selbst
  3. Beobachte, wie sich zwischen euren Herzen eine Verbindung herstellt und fühle totales Glück und Erfüllung, denn dies fließt von deinem wahren Selbst über eure Herzensverbindung nun zu. Beobachte, wie dein anderes Selbst steht und geht, atmet, lächelt und redet. Beobachte, wie es mit anderen Menschen spricht. Achte darauf, wie das authentische Selbst Probleme löst, sich Ziele setzt und wie es diese erreicht.
  4. Gehe nun in dein authentisches Selbst hinein und verschmelze ganz mit ihm. Sieh mit den Augen deine wahren Selbst, höre durch seine Ohren, nimm wahr, wie gut es sich anfühlt, als dein wahres Selbst zu leben.
  5. Beende nun die Neuprogrammierung deines Selbstbildes, indem du dir eine Minute lang vorstellst, wie sehr sich dein Leben verändern wird, wenn du immer mehr auf der Grundlage deines wahren Selbst lebst.

Mit dieser Übung wirst du innerhalb von wenigen Tagen zufriedener und glücklicher werden.

Ich glaube, wenn das Leben einen Zweck hat, dann ist es der, größere Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen und zu ergreifen. Zu wachsen und gedeihen.

Ich möchte diesen Artikel heute mit dem wunderbaren Zitat von Marianne Williamson abschließen. Sicherlich ist es dir schon mal begegnet. Ich finde, wir können uns nicht oft genug daran erinnern:

Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.
Unsere größte Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein.
Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, ängstigt uns am meisten.
Wir fragen uns: Wer bin ich denn, daß ich so brillant sein soll?
Aber wer bist Du, es nicht zu sein? Du bist ein Kind Gottes.
Sich klein zu machen, nur damit sich andere um Dich herum nicht unsicher fühlen, hat nichts Erleuchtetes.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, der in uns ist, zu manifestieren.
Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem einzelnen.
Und wenn wir unser Licht scheinen lassen, geben wir damit unbewußt anderen die Erlaubnis, es auch zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch die anderen.
— Marianne Williamson

Wenn du mehr und mehr mit der Person verschmilzt, die du wirklich bist, wirst du anfangen, dich wirklich gut zu fühlen, sogar bevor sich dein Leben äußerlich verändert.

Heilung geschieht, wenn wir gesehen und gehört werden, wie wir wirklich sind. Das setzt voraus, dass wir uns zeigen, wie wir wirklich sind.

In diesem Sinne: Jetzt ist Cover-up time für dein Seelentattoo!

Schreibe mir gerne in den Kommentar, was sich durch diese Übung bei dir verändert.

Herzlich,
deine Sara