Bist du ein Beziehungsschreck? Wie du mit Ablehnung umgehen kannst

Läuft in deiner Beziehung, mit Freunden, Familie oder Bekannten etwas schräg? Oder findest du dich immer mal wieder in Situationen, in denen du denkst: warum passiert mir das schon wieder????

Vielleicht bist du ja ein Beziehungsschreck?

Das bist du natürlich nicht. Trotzdem hat es etwas mit dir zu tun

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Ein schönes Beispiel hat mir Jenny neulich im Coaching gegeben. Nachdem sich Jenny’s Freund unerwartet von ihr trennte, hat sie sich total «erwachsen» verhalten. Keine Szene gemacht, sondern ihre Sachen gepackt und ist ausgezogen. Sie hat sogar auf Geld verzichtet und diese Phase für ihn so angenehm und reibungslos wie möglich gestaltet. Und jetzt ist er immer so pampig und kurz angebunden, wenn sie sich bei ihm meldet, nur um zu plaudern oder zu erfahren, wie es ihm so geht. Das ärgert sie total. Und verletzt sie. Und macht sie wütend. So ein Blödmann!

Gleichzeitig geht ihr aber auch durch den Kopf:

Was ist an mir falsch, dass er mich so behandelt? Warum passiert mir das immer wieder?

Immer wieder höre ich im Coaching diese Fragen. Oder eine Variation davon. Falls du dir diese Frage auch schon mal gestellt hast, dann sei dir gewiss, du bist in guter und (leider) zahlreicher Gesellschaft. Und ich kann dich beruhigen. Nichts ist an dir falsch.

Und jetzt kommt aber doch der Haken. Das grosse «aber»…

Kommst du immer mal wieder in eine Situation, in der Du Ablehnung, Abwertung, Geringschätzung, nicht-gesehen-werden oder Ähnliches erlebst? Dann hat das Ganze eben doch mit dir selbst zu tun. So ganz kann ich dich hier leider nicht aus der Verantwortung entlassen.

Warum?

Es ist so, dass wir unsere Realität und alles, was wir in unserem Leben erfahren, selbst kreieren. Und zwar läuft das über unsere Überzeugungen, Programmierungen und Gefühle, die wir haben. Oft sind die völlig unbewusst. Wir funktionieren quasi auf Autopilot.

Das ist grundsätzlich ein guter Mechanismus, denn unsere automatisierte Atmung, unser Bewegungsapparat, oder auch Autofahren etc. ermöglichen uns, im Alltag zu funktionieren ohne gross darüber nachdenken zu müssen. Wir wären sonst heillos überfordert und nicht lebensfähig.

Es kann jetzt aber sein, dass du hinderliche oder begrenzende Überzeugungen und Muster in dir trägst, die zu einem früheren Zeitpunkt in deinem Leben wahrscheinlich sogar mal sinnvoll und existentiell wichtig waren. Aus denen du jetzt aber wie herausgewachsen bist und sie dir jetzt nicht mehr dienen. Im Gegenteil. Die pieksen jetzt wie ein spitzer Kieselstein im Schuh und machen so auf sehr unangehnehme Weise auf sich aufmerksam

Alles, was in deinem Leben auftaucht, ist ein Spiegel von dir selbst und zeigt dir dein eigenes Inneres
— Sara Ruf

Wenn du also dein Leben mal von aussen betrachtest und du etwas siehst oder erlebst, was dir nicht gefällt, dann zeigt es dir das, was du – wahrscheinlich noch unbewusst – glaubst, denkst, fühlst.

Das Leben spült dir also Menschen und Umstände in deinen Alltag, um deine blinden Flecke erkennen zu können und dir die Möglichkeit zu geben, persönlich zu wachsen. Ja, ich gebe zu, dass das manchmal echt unangenehm, anstrengend und blöde sein kann. Aber Entwicklung und Wachstum passieren eben meistens, wenn’s unangenehm wird. Das Leben zwingt uns quasi, genauer hin zu schauen und unsere wohlige Komfortzone zu verlassen.

Und seien wir mal ganz ehrlich. Oftmals haben wir schon eine ganze Zeit davor subtile, leise Zeichen bekommen, dass etwas nicht ganz rund läuft, aber oft nehmen wir diese Ankündigungen nicht wahr. Manchmal wollen wir sie auch überhören oder übersehen. Wir drücken dann die anrollenden Unwohlgefühle einfach weg. Du kennst ja sicherlich die drei Affen (nichts hören, nichts sehen, nichts sagen….)?

Ich kann dich aber beruhigen. Du kannst lernen, dass dir solche Situationen immer weniger «passieren» und du einen ganz neuen Umgang damit findest. In Wahrheit dienen sie dir nämlich. Sie helfen dir, dich selbst zu erkennen. Herauszufinden, wo du ein (verborgenes) Thema hast. Und wenn dir so etwas auffällt kannst du es nämlich auch angehen. Eigentlich doch ein ziemlich genialer Trick des Lebens, oder?

Das Leben funktioniert also folgendermassen

Es spiegelt dir deine unbewussten Überzeugungen und Programme, die du im Laufe deines Lebens angesammelt hast. Diese Spiegelung erfolgt durch Menschen, die dir Schmerz bereiten oder Situationen, die dir nicht gut tun.

Gerade in menschlichen Beziehungen spiegeln wir einander und geben uns so gegenseitig die Möglichkeit, uns selbst und unser Gegenüber besser kennenzulernen. In der Psychologie spricht man von den Spiegelgesetzen: Die Wahrnehmung anderer ist die Spiegelung des eigenen Selbst. Unser Gegenüber hilft uns also dabei, unsere eigene Persönlichkeit, unsere Überzeugungen und Programmierungen immer wieder ein Stückchen mehr zu erkunden.

Wenn dir also jemand besonders blöd kommt, dann sieh es mal so: Diese Person ist ein Erfüllungsgehilfe auf deinem Weg deiner persönlichen Entwicklung.

Wie du dich im Spiegel deines Gegenübers erkennen kannst -
Die 4 Aspekte der Spiegelgesetze:

 

  1. Das, was mich an anderen stört und was ich kritisiere, habe ich selbst in mir. Selbst wenn ich das nicht wahr haben will oder in mir bekämpfe und unterdrücke.
    Denn alles, was ich am Anderen kritisiere oder sogar bekämpfe und an ihm verändern will, kritisiere, bekämpfe und unterdrücke ich in Wahrheit in mir selbst und hätte es auch in mir gerne anders. Dieser unterdrückte oder abgelehnte eigene Anteil will integriert werden.

  2. Das, was andere an mir kritisieren und was mich verletzt, betrifft mich. Denn hier reagiere ich auf etwas, das noch nicht in mir gelöst ist.
    Wenn Kritik von außen berührt und verletzt, zeigt diese Reaktion, dass das Bemängelte einen Aspekt in der gegenwärtigen Persönlichkeit darstellt, welcher noch nicht entfaltet ist. Dieser noch nicht entfaltete Aspekt in mir will entwickelt werden.

  3.  Das, was andere an mir kritisieren und was mich nicht berührt, betrifft nicht mich, sondern sie selbst. Das ist ihr eigenes Thema, das sie gerade auf mich projizieren. Hier diene ich dem anderen als Spiegel. Hier muss ich gar nichts tun und überlasse dem anderen sein Thema in seiner Verantwortung. Vorsicht Falle: wirklich genau überprüfen, ob die Kritik an mir wirklich keinerlei körperliche Reaktion auslöst, mich also tatsächlih kalt lässt. Oder ob ich es nicht wahrhaben will und dem anderen verdeckt die Schuld zu schiebe…dann wärst du in die klassiche Selbstsabotage-Fall getappt…

  4. Das was mir an anderen gefällt, habe ich selbst in mir und liebe das an mir und am anderen. Das was wir am Anderen lieben, was wir am Anderen schätzen, was wir am Anderen toll finden, all das haben wir auch als Aspekt in uns. Das heißt, alles was wir an anderen Menschen toll finden, besitzen wir selbst auch. Denn wären diese Dinge nicht bereits in der eigenen Persönlichkeit verankert, könnte man mit ihnen nicht in Resonanz treten. Allerdings kann es manchmal sein, dass diese Dinge noch nicht vollständig entfaltet sind und jetzt nach mehr Raum verlangen. Dann kannst du diesen Dingen von jetzt an aktiv mehr Raum geben.

Die Funktion des Spiegels ist es also, Situationen zu kreieren, die bestimmte Gefühle in uns aktivieren, seien es Wunden oder blinde Flecken. Es geht um ein Erkennen und Erkunden dieser Bereiche in uns. Das heißt, es geht immer um das Gefühl, das eine Situation in uns auslöst, nicht um die äußeren Umstände. Es bedeutet aber auch, dass wir die volle Verantwortung annehmen müssen und Schuldzuweisungen an andere nicht mehr möglich sind.

Wir nehmen nochmal das Beispiel von Jenny

Sie ist genervt von ihrem Gegenüber, weil er sich so blöde verhält. Das heißt nun aber nicht unbedingt, dass sie selbst auch einen unmöglichen Umgang mit anderen hat. Es kann vielmehr alle möglichen Dinge heißen.

Die Frage lautet: Was fühlt sie? Hat sie Angst, alleine zu sein und braucht deshalb Kontakt zu ihm? Oder fühlt sie sich ausgenutzt, weil er ihr eigentlich noch Geld schuldet? Oder erlaubt sie sich selbst nicht, eigene Grenzen zu setzen und nur das zu tun, wonach ihr der Sinn steht und ist deshalb neidisch?

Je nachdem was du fühlst, kann ein und dieselbe Situation also ganz verschiedene Dinge spiegeln. Gut, das macht es jetzt nicht gerade einfacher, ich weiss. Wichtig ist, dass du dich beobachten lernst, was in DIR drin passiert. Welche Gefühle werden geweckt? Welche Bedürfnisse liegen darunter?

Und was machst du jetzt mit dem ganzen Wissen?

Die Kenntnis über das Spiegelgesetz hilft dir dabei, dich immer besser und besser kennen zu lernen. Mit jedem weiteren Schritt in deiner persönlichen Entwicklung verändert sich die Qualität deiner Beziehungen. Es wird generell leichter, denn Schmerz bleibt nicht mehr kleben, sondern fliesst viel leichter und schneller durch dich hindurch.

Die Arbeit mit dem Spiegelgesetz ist ein Weg des Fühlens.

Dabei geht es fast immer durch mehrere Schichten. Meistens sind Angst, Wut und Schmerz beteiligt. Unter diesen Gefühlen liegt die Lösung deines Themas – dort liegt das Bedürfnis von dir, das im Moment unerfüllt ist und deshalb den Schmerz, die Wut oder die Angst erzeugt.

 Wenn das jetzt noch ein bisschen abstrakt ist, dann hilft dir vielleicht die folgende Abkürzung, die ich immer mache. Mit ein bisschen Übung gelingt dir das in sekundenschnelle:

Ich beobachte und erkunde mich selbst:

  1. Was macht diese unangenehme Situation jetzt gerade mit mir?

  2. Was für ein Gefühl ist das?

  3. Wo spüre ich es im Körper?

  4. Was ist das darunterliegende Bedürfnis?

  5. Ich gebe meinem Bedürfnis und dem Gefühl Raum, ich nehme es an, ich tue etwas, um das Bedürfnis zu befriedigen.

Manchmal erkennst du vielleicht nicht nur ein einzelnes Bedürfnis, sondern sogar ein ganzes Muster, Programm oder eine Überzeugung. Dann kannst du das bei dir bearbeiten. Wenn du alleine nicht weiterkommst, dann suche dir professionelle Unterstützung, mit einer Methode, die zu dir passt. Wenn dir Energiearbeit liegt, dann komm doch gerne mal zu mir ins Energiecoaching.

Ich wünsche dir viele wundervolle Selbsterkenntnisse. Und weisst du was? Persönliche Entwicklung muss gar nicht immer ein langer, mühsamer, schmerzvoller Prozess sein. Mit ein bisschen Übung wird dir das immer leichter und schneller gelingen. Die schönen Ereignisse im Aussen und die liebevollen Menschen, die dir dann begegnen werden, sind das Training einer neuen inneren Haltung und den Weg, den du damit gehst, allemal wert!

Herzlich, deine Sara

ps. Wenn du Angst vor Ablehnung hast, dann hole dir hier meine kostenlose Healing Session “Angst vor Ablehnung überwinden und Selbstliebe lernen”