Wie du mit 8 Schritten jede aussichtslose Situation verändern kannst

„Lisa, geh jetzt raus. Ich telefoniere gerade. Wenn ich fertig bin, komme ich zu dir“, bellt meine Freundin ihre 3 jährige Tochter an. Nach kurzer Stille am anderen Ende der Leitung raschelt etwas. Dann höre ich eine Kinderstimme flüstern: „Mama, mit wem telefonierst du da?“ „Mit der Sara“. „Ich will auch telefonieren“, quäkt Lisa. Meine Freundin seufzt entnervt. Ich muss grinsen.

„Also gut, Lisa“, höre ich meine Freundin sagen, „was braucht denn die Sara jetzt gerade?“ „SPIELEN!!!“ kräht Lisa fröhlich ins Telefon. Da muss ich laut lachen.

Und wer mich ein bisschen näher kennt wird dieser Kinderweisheit nickend beipflichten, denn etwas mehr Leichtigkeit würde mir manchmal ganz gut tun. Ich bin eher immer etwas zu ernst. Aber Spielen? Wenn ich eins nicht leiden kann, dann ist es Spielen…

Ich muss allerdings gestehen, dass sie ziemlich recht hat, die kleine Lisa. Ich fühle mich nämlich grad total festgefahren. Ich sehe zwar die Veränderung, die derzeit um mich herum entsteht, die aber so gar nichts mit dem zu tun hat, wie ich es mir in den Untiefen meines Herzens gewünscht habe. Hmpf. Das kann es ja wohl nicht sein. Veränderung – ja. Aber doch bitte nicht soooooooooo!!!! Etwas selbstkritisch muss ich zugeben, dass ich es in der letzten Zeit getreu dem Motto: „Wasch mich, aber mach mich nicht nass!“ 😊 gehalten habe. So wird das aber nichts.

Solche Phasen erlebe ich immer mal wieder. Ich glaube einfach, dass das das Leben ist. Hochs und Tiefs wechseln sich ab. Wie man mit den Tiefs umgeht, das wird mit zunehmender Erfahrung und den richtigen Tools dann anders. Die Tiefs vergehen schneller. Und weil ich um diesen Umstand weiß muss ich nicht in Verzweiflung geraten (auch wenn mir manchmal sehr danach wäre). Ich habe aber ein paar Strategien parat, die ich in diesen Zeiten anwende. Und die mir helfen, wieder mehr in den Fluss des Lebens einzutauchen. Damit sich in meinem Leben auch das entfalten kann, was ich mir wünsche (und vor allem so, wie ich es mir wünsche…)

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Aber nochmal kurz zurück zum Spielen. Ich habe das Spielen für mich etwas anders interpretiert. Spielen ist ja eine Tätigkeit, die zum Vergnügen, zur Entspannung, allein aus Freude an ihrer Ausübung, erfolgt. Ich habe mir also überlegt, was mir im Moment gerade guttun würde, mir Freude machen würde, was ich eigentlich viel zu wenig in meinem Leben mache. Und auch womit ich meine ausgetretenen Pfade mal verlassen könnte. Dinge, die kein Ziel haben, außer, dass sie mich nähren und mir Spaß machen.

Dinge, die ich sowieso gerne tue, habe ich wieder mehr in meinen Alltag integriert. Sie helfen mir aber nicht nur dabei, mehr im Moment zu leben und dadurch das Leben wieder zum Fließen zu bringen. Diese 8 Schritte helfen mir bei jeder Situation, die mir zunächst aussichtlos erscheint. Bei der ich mich als Opfer fühle und deren Sinn ich zunächst nicht erkennen kann:

1.      Die Stille:

Ich nehme mir wieder bewusst ein paar Minuten am Tag Zeit dafür, in die Stille zu gehen. Mich mit mir selbst in Verbindung zu bringen. Ich setze mich mit geschlossenen Augen hin, atme bewusst und gleite einfach in mein eigenes Sein hinein. Ich genieße dabei, dass ich mit jedem Atemzug mehr und mehr in einen wohligen Ozean aus Entspannung hineingleite. Nach einem trubeligen Alltag fällt mir das manchmal gar nicht so leicht, dann nutze ich Entspannungsmusik, um meine lärmenden Gedanken zur Ruhe zu bringen. Die Musik von Soulguidance mag ich zur Zeit am liebsten.

2.      Bewegung:

Ich habe mich zu einem Laufkurs angemeldet. Das hat mich echt Überwindung gekostet. Weil ich mich bei allem, was strikt vorgegeben ist, in meiner Freiheit beschnitten fühle. Aber weil ich meinen inneren Schweinehund auch kenne und ich in meinen Bestrebungen, mehr Bewegung in meinen Alltag zu integrieren, kläglich gescheitert bin, musste ich für mich eine Lösung finden, die eine gewisse Verbindlichkeit mit sich bringt. Et voilà! Ich habe mich zum Laufkurs angemeldet. Und auch wenn er erst einmal stattgefunden hat habe ich schon bemerkt, wie gut es mir tut, nach einem Tag vor dem PC raus in den Wald und an der frischen Luft ein bisschen zu Joggen. Und da die Lauftrainerin den Rhythmus vorgibt, muss ich selbst gar nichts tun als mich hinzugeben und mit zu laufen. Herrlich!

3.      Verletzlichkeit zeigen:

Ich habe interessanterweise sehr berührende Erfahrungen gemacht, in Momenten, in denen ich mich verletzlich gezeigt habe. Mir sind von Menschen, denen ich vertraue, viel Empathie und Liebe entgegengebracht worden. Ich habe mich dadurch sehr getragen gefühlt. In leidvollen Momenten wurde mir dadurch ein Geschenk offenbart, das ich sonst vielleicht eher übersehen hätte. Dass ich nämlich ganz wundervolle und tragfähige Beziehungen sowohl in meinem privaten Umfeld habe, als auch an meinen verschiedenen Arbeitsstätten. Falls dir das Verletzlichsein Angst einjagt, dann kann ich dir sehr die Vorträge (Die Macht der Verletzlichkeit) oder die Bücher von Brené Brown ans Herz legen. Sie berichtet darüber, dass Verletzlichkeit letztendlich stark macht. Schau dir den TED Talk über Verletzlichkeit von Brené Brown an - ein Muss!

4.      Widerstand aufgeben:

Widerstand ist ja einer der größten Selbstsabotagemechanismen, die wir so für uns selbst parat haben. Denn der Widerstand bewirkt vor allem eins. Dass wir feststecken bleiben. Da wo wir sind. Wo wir nicht sein wollen. Ich merke meinen eigenen Widerstand ganz oft in einer starken, körperlichen Anspannung. Bewusstes Atmen und Bewegung wirkt unterstützend über den Körper, den Widerstand weg zu schmelzen. Noch wichtiger ist aber bei sich selbst zu erforschen, worin der Widerstand genau besteht. Und am allerwichtigsten ist es, eine bewusste Entscheidung zu treffen, den Widerstand jetzt aufzugeben. Klingt banal, gell? Ist es aber gar nicht so ganz. Das entscheidende ist nämlich, dass wir die Absicht nicht allein aus dem Verstand heraus treffen, sondern dass diese aus dem SEIN heraus entsteht. Eine Entscheidung, die durch alle Ebenen hindurch wirken kann. Ich bemerke den Unterschied in meinem Körper. Es fühlt sich nämlich dann so an, als ob ein Strom aus Erleichterung durch mich hindurchfließt. Ich könnte ein bisschen seufzen, die Muskulatur wird weicher, ich spüre eine Art inneren Frieden. Manchmal nur für Sekunden. Aber für mich ist das das Zeichen, dass es jetzt gut ist und ich meinen Widerstand erfolgreich abgelegt habe. So kommen die Dinge viel leichter wieder in Fluss.

5.      Anhaftung lösen:

Manchmal wollen wir etwas einfach zu sehr. Wir wollen das dann so sehr, dass wir wieder voll im Widerstand landen. Doof ist nur, dass sich Anhaftung oft gar nicht wie Widerstand anfühlt, sondern wie ein schmerzvolles Ziehen. So ein Sehnen. Aber die Wirkung ist gleich wie beim Widerstand. Wir sind blockiert. Abgetrennt vom Fluss. Von uns selbst. Von der Quelle. Und von unserem angestrebten Ziel. Wenn wir die Anhaftung lösen wollen, dann fühlt sich das oft an, als würde man einen Teil von sich selbst begraben. Gefühle von tiefer Trauer und Verzweiflung machen sich breit. Denn wie soll man jemals glücklich sein, wenn sich im Leben nicht das erfüllt, das man sich so sehnlichst wünscht? Wenn man so mittendrin ist, dann scheint dieser Vorschlag ziemlich irrwitzig. Und es regt sich sofortiger Widerstand. So ein bisschen à la „ich mache alles, aber nicht das!“. Um wieder in Fluss zu kommen, um von deiner Intuition dorthin gespült werden zu können, wo sich dein Wunsch erfüllt, dafür braucht es das leider eben. Die Anhaftung lösen. Wie du das machst? Du tastest dich gedanklich heran. Wie wäre es wohl, dein Leben, ohne die Erfüllung deines Wunsches? Fühle dich hinein in die Vorstellung, dass dein Wunsch niemals in Erfüllung gehen wird. Beobachte, welche Gefühle aus den Tiefen deines Seins heraufrollen. Lass sie an die Oberfläche blubbern. Nimm sie einfach an. Erlebe sie (ohne dich mit ihnen zu identifizieren). Lass freien Lauf. Vielleicht musst du trauern. Vielleicht weinen. Lass es zu. Gib dich diesem Prozess hin – so lange, bis er von allein abebbt. Dann entfaltet sich ein Gefühl von tiefem, inneren Frieden. Das ist der Punkt, an dem du sein willst, denn von dort aus kann sich dein persönliches Lebensglück für dich entfalten. Das, was für dich in diesem Leben vorgesehen ist. Vielleicht ist es etwas, an das du selbst gar nie gedacht hättest. Und vielleicht ist es das, was du dir immer gewünscht hast. Wenn du dich da nicht rantraust, hole dir professionelle Unterstützung, die dich bei diesem Prozess des Loslassens begleitet.

6.      Harmonisierung mit der Situation:

Wenn ich feststecke, dann harmonisiere ich immer die Situation. Und mich mit der Situation. Und mich mit allen Beteiligten. Das mache ich eigentlich mit allem ständig, weil das Harmonisieren die natürliche Ordnung wiederherstellt, den natürlichen Fluss gewährleistet. Das heißt nicht, dass dann alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Sondern dass – aus einer höheren Perspektive – genau das zu Tage gefördert werden wird, was entstehen soll. Manchmal dauert es ein bisschen, bis wir diese höhere Ordnung erkennen können. Weil wir so verstrickt sind in unsere eigenen Erwartungen, wie etwas sein soll. Aber die geistige Welt, die unendliche Intelligenz, hat immer die umfassende Perspektive, so dass die Dinge gelenkt werden, dass sie sich zum Wohle aller entfalten können.
Harmonisieren kannst du auch ganz leicht selbst: Du sagst dazu innerlich einfach „Situation Harmonisieren!“ Oder „Beziehung Harmonisieren!“. Atme einmal tief ein und aus. Das ist es schon. Du kannst dir auch vor deinem geistigen Auge die Situation vorstellen, wie sie sich rund und gut anfühlt. Ich nutze auch gerne die Blume des Lebens. Ich stelle mir dazu vor wie sie über die Situation gelegt wird. Das allein unterstützt die Harmonisierung.

7.      Selbsterforschung:

Wenn ich so richtig festgefahren bin, stelle ich mir gerne folgende unbequeme Fragen:

  • Wofür benutze ich diese Situation?

  • Was will ich dadurch bekommen?

  • Welche Ausrede liefert sie mir?

Diese Fragen helfen mir zu verstehen, was auf meiner unbewussten Ebene vor sich geht. Dort sind Kräfte vorhanden, die die momentane Situation hervorrufen oder kreieren. Die obigen Fragen helfen mir zu erkennen, welche unbewussten Mechanismen sich bei mir eingeschlichen haben. Zugegeben, es ist echt nicht angenehm, sich selbst gegenüber vollkommen ehrlich zu sein. Gut, ich muss es ja niemandem erzählen, was dabei rauskommt. Aber die ehrliche Beantwortung dieser Fragen bewirkt normalerweise, dass viel eingeschlossene Energie frei wird, die dann das Leben endlich wieder in Gang bringt. Denn mit der Erkenntnis geht oft Hand in Hand, dass wir neue Entscheidungen treffen können. Nämlich dass wir das so gar nicht mehr wollen, sondern jetzt neue Wege einschlagen. Zumindest geht mir das immer so. Probiere es doch mal für dich und deine Situation aus.

8.      Vertrauen:

Gehe aus dem Weg und lasse die allumfassende Intelligenz ihre Arbeit tun. Vertraue in die geistige Welt und ihrer höheren Perspektive. Wir können gar nicht alles wissen. Lass dich also führen und schützend begleiten und vertraue darauf, dass alles zum höchsten und besten Wohl, auch zu deinem!, entsteht.

All diese Punkte helfen mir, dass das Stocken aufhört, sich ein langsamer Fluss im Leben wieder einstellt. Ich erhalte automatisch neue Ideen oder Inspiration, helfende Menschen treten plötzlich in Erscheinung und Lösungen für Situationen kommen wie aus dem Nichts.

Vielleicht hilft dir der ein oder andere Punkt. Vielleicht hast du auch eine ganz eigene Strategie, die bei dir hilft. Wenn ja, dann schreibe sie doch in den Kommentar. Denn davon können auch andere profitieren.

Alles Liebe,
deine Sara